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SpaceX
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SpaceX (Space Exploration Technologies Corporation) ist ein US-amerikanisches Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen, das 2002 von Elon Musk gegrĂźndet wurde. Nach anfänglichen Fehlschlägen mit der Rakete Falcon 1 wurde die Firma innerhalb weniger Jahre mit der Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation (ISS). 2017 lĂśste SpaceX Arianespace als weltweiten MarktfĂźhrer fĂźr kommerzielle Satellitenstarts ab. Mit der 2018 erstmals gestarteten Falcon Heavy bietet das Unternehmen auch die stärkste kommerziell verfĂźgbare Trägerrakete an. Unter anderem durch Pionierleistungen bei der Landung, Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen gelang eine Reduzierung der Kosten fĂźr Satellitenstarts um den Faktor 7. Mit dem GroĂraketenprojekt Starship mĂśchte SpaceX die Startkosten nochmals auf einen Bruchteil senken und bemannte FlĂźge zum Mond und zum Mars ermĂśglichen.
Mit dem Raumschiff Dragon 2 fĂźhrt SpaceX seit 2020 die bemannten ZubringerflĂźge der NASA zur ISS durch und seit 2021 touristische RaumflĂźge. Mit dem Starlink-Projekt fĂźr einen weltweiten Satelliten-Internetzugang ist SpaceX â gemessen an der Satellitenanzahl â der weltgrĂśĂte Satellitenhersteller und -betreiber. SpaceX betreibt Startanlagen und Landeplätze an der US-amerikanischen Ost- und WestkĂźste sowie an der GolfkĂźste von Texas, auĂerdem eine Flotte von Schiffen fĂźr die Bergung von Raumkapseln und Raketenteilen.
Contents
⢠Geschichte
⢠Einrichtungen
⢠Produkte
⢠Falcon 1
⢠Falcon 5
⢠Falcon 9
⢠Falcon Heavy
⢠Dragon
⢠Dragon 2
⢠Dragon XL
⢠Starship
⢠Starlink
⢠Management
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
2002 â GrĂźndung und Falcon 1
SpaceX wurde im Juni 2002 von dem Unternehmer und autodidaktischen Ingenieurcite-ref-8[8]cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11] Elon Musk mit dem Ziel gegrĂźndet, Technologien zu entwickeln, die es der Menschheit ermĂśglichen sollen, den Mars zu kolonisieren und das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13] Musk hatte seine Beteiligung an dem Bezahldienst PayPal fĂźr etwa 200 Millionen US-Dollar verkauft und investierte die Hälfte des Geldes in SpaceX.cite-ref-14[14] Bereits im Jahr zuvor hatte er sich fĂźr seine angedachte Mission Mars Oasis (âMars-Oaseâ) nach einer Rakete zum Kauf in Russland umgesehen. Die russischen Raketen kamen aber preislich nicht in Frage.cite-ref-vance-15-0[15] Die Idee von Mars Oasis war, ein experimentelles Treibhaus zum Mars zu bringen. Mit Bildern von Pflanzen auf dem roten Planeten wollte Musk die Ăffentlichkeit fĂźr sein Projekt der Marsbesiedlung begeistern.cite-ref-ieee2009-16-0[16]
Mit etwa 30 Angestellten â darunter die Ingenieure Tom Mueller und Hans KĂśnigsmann sowie die Ingenieurin und betriebswirtschaftliche Leiterin Gwynne Shotwell â begann Musk die Entwicklung der Kleinrakete Falcon 1. Die wesentlichen Bauteile dieser Rakete, wie die beiden Triebwerke Merlin und Kestrel, waren Neuentwicklungen. Im Juni 2005 waren bereits etwa 130 Mitarbeiter bei SpaceX angestellt,cite-ref-17[17] und am 24. März 2006 startete von der Insel Omelek im Pazifik die erste SpaceX-Rakete. Nachdem die ersten drei FlĂźge in Fehlschlägen endeten, erreichte die Falcon 1 am 28. September 2008 mit ihrem vierten und vorletzten Flug eine Erdumlaufbahn. Sie war die erste privat entwickelte und funktionsfähige orbitale FlĂźssigtreibstoffrakete.cite-ref-18[18]
2008 â NASA-Aufträge, Falcon 9 und Dragon
Im Rahmen des COTS-Programms der NASA erhielt SpaceX 2008 einen Auftrag im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar fĂźr zwĂślf VersorgungsflĂźge zur ISS. Insgesamt 20 Tonnen Fracht sollten mit dem in Entwicklung befindlichen SpaceX-Raumfrachter Dragon zu der Raumstation geliefert werden. Gestartet werden sollten die Raumschiffe mit der neuen, mittelschweren Trägerrakete Falcon 9.cite-ref-spacex20081223-19-0[19] Pläne zur Entwicklung der kleineren Falcon 5 hatte SpaceX mittlerweile verworfen. Nach den ersten Falcon-9-Starts, die als Entwicklungs- und DemonstrationsflĂźge fĂźr den NASA-Auftrag dienten, begann SpaceX 2012 mit regelmäĂigen TransportflĂźgen zur ISS. Diese werden auch zum RĂźcktransport von Laborprodukten und zu reparierenden AusrĂźstungsgegenständen genutzt. Seit Ende 2013 startet die Falcon 9 auch kommerzielle Satelliten fĂźr Kunden wie SES, AsiaSat und Iridium (â Liste der Falcon-9-Starts).
2014 vergab die NASA einen mit 2,6 Milliarden US-Dollar dotierten Auftrag zur Realisierung des bemannten Raumschiffs Crew Dragon, einschlieĂlich des Demonstrationsflugs SpX-DM2 mit zwei NASA-Astronauten.cite-ref-20[20] Nachdem die Crew Dragon einen unbemannten (SpX-DM1) und den bemannten Testflug erfolgreich absolviert hatte und durch die NASA zertifiziert worden war, begannen 2020 regelmäĂige ZubringerflĂźge zur ISS. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen des Commercial-Crew-Programms. Da das Raumschiff CST-100 Starliner des Konkurrenten Boeing von technischen Problemen geplagt war, Ăźbernahm SpaceX auch die fĂźr Boeing vorgesehenen BesatzungsflĂźge zur ISS. Auf der technischen Basis der Crew Dragon wurde der Frachter Cargo Dragon 2 entwickelt, der das ursprĂźngliche Dragon-Raumschiff ablĂśste.
r-c3-bcckschl-c3-a4ger-ckschl-geAuf dem Weg zum weltweit erfolgreichsten Raumfahrtunternehmen hatte SpaceX einige Rßckschläge zu ßberwinden. So brach im Juni 2015 die Falcon 9 des Dragon-Versorgungsflugs CRS-7 auf dem Weg zur ISS auseinander.cite-ref-21[21] Im September 2016 explodierte bei einem Betankungstest auf der Cape Canaveral Air Force Station die obere Stufe einer Falcon 9, wobei der israelische Kommunikationssatellit AMOS 6 zerstÜrt wurde. Als wahrscheinlichste Ursache beider Unfälle wurden Probleme mit einem der heliumgefßllten Druckbehälter ermittelt, die im Sauerstofftank der oberen Raketenstufe angebracht sind und zur Druckbeaufschlagung des Tanks dienen. Beim CRS-7-Flug war demnach der Kopf einer Haltestrebe gebrochen, weshalb sich der damit befestigte Behälter gelÜst und den Tank leckgeschlagen hatte.cite-ref-22[22] Beim AMOS-6-Probelauf hatte anscheinend eine geänderte Betankungsreihenfolge dazu gefßhrt, dass flßssiger Sauerstoff unter die CFK-Ummantelung eines der Behälter drang und diese verformte, woraufhin sie sich durch Reibung entzßndete.cite-ref-23[23] Fortan wurden Betankungstests der Falcon 9 nur noch ohne montierte Nutzlast durchgefßhrt.
Auch bei der Dragon 2 kam es während eines Testlaufs am Cape Canaveral zu einer Explosion. Die Dragon-Kapsel, die zuvor mit der Mission SpX-DM1 zur ISS geflogen war, wurde dadurch zerstÜrt. Ursache war ein undichtes Ventil, durch das Treibstoff in eine Druckgasleitung geleckt war, wo er sich beim Triebwerksstart entzßndet hatte. SpaceX ersetzte das Ventil durch eine Berstscheibe, die nach jedem Start erneuert wird.cite-ref-24[24]
2015 â Landung und Wiederverwendung von Orbitalraketen
Um die Kosten des Raumtransports zu senken, strebte SpaceX die Bergung und Wiederverwendung von Raketenteilen an. Bereits fĂźr die Falcon 5 war eine wiederverwendbare Erststufe geplant gewesen.cite-ref-25[25] 2013 begann man, mit einstufigen Experimentalraketen wie dem âGrasshopperâ (GrashĂźpfer) die kontrollierte Landung von Raketenstufen zu erproben. Anhand der Erkenntnisse aus diesen Experimenten wurde die erste Stufe der Falcon 9 weiterentwickelt; erste Landeversuche damit fanden aus SicherheitsgrĂźnden zunächst Ăźber dem Ozean und dann auf einer unbemannten schwimmenden Plattform statt.
Am 22. Dezember 2015 gelang SpaceX die historisch erste Landung einer orbitalen Raketenstufe: Nach dem Start von elf Kommunikationssatelliten des Unternehmens Orbcomm flog die Falcon-9-Erststufe zurßck zur Cape Canaveral Air Force Station, wo sie weich auf dem Landeplatz 1 aufsetzte.cite-ref-26[26] Am 30. März 2017 wurde auch das Ziel der Wiederverwendung erreicht: Fßr den Start des Kommunikationssatelliten SES-10 vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center wurde dieselbe Falcon-9-Erststufe verwendet, die im April 2016 bereits einen Dragon-Raumfrachter fßr den NASA-Flug CRS-8 befÜrdert hatte. Nach dem CRS-8-Start hatte die Stufe die erste erfolgreiche Landung einer Raketenstufe auf einer schwimmenden Plattform absolviert.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]
Die Wiederverwendung der Falcon-9-Erststufen trug wesentlich dazu bei, dass SpaceX die Startkosten fßr Satelliten im Zeitraum von der Firmengrßndung bis 2019 um den Faktor 7 senken konnte.cite-ref-29[29] Um die Kosten noch weiter zu verringern, erwog Elon Musk auch die Landung und Wiederverwendung von Falcon-9-Zweitstufen,cite-ref-30[30]cite-ref-sn-reuse-31-0[31] gab diese Idee jedoch bald wieder auf. Stattdessen konzentrierte man sich auf die Wiederverwendung der mehrere Millionen Dollar teuren Nutzlastverkleidungen. Dazu stattete SpaceX die Verkleidungshälften mit lenkbaren Fallschirmen aus und kaufte die beiden Schiffe Mr. Steven und Captain Elliott, die zu maritimen Nutzlastverkleidungsfängern umgebaut wurden. Trotz hartnäckiger Versuche erwies sich das Auffangen der Verkleidungshälften in aufgespannten Netzen als unpraktikabel, die meisten fielen neben den Schiffen ins Meer. So gab SpaceX auch dieses Projekt auf und begann, die an Fallschirmen gewasserten Verkleidungshälften aus dem Meer zu bergen und wiederaufzubereiten. Seit 2019 werden manche davon wiederverwendet,cite-ref-32[32] anfangs fßr den Start firmeneigener Starlink-Satelliten, mittlerweile auch fßr Kundenstarts.
2021 gelang das Gleiche auch mit Raumkapseln: Im April des Jahres absolvierte mit der Mission SpaceX Crew-2 erstmals eine bemannte Raumkapsel ihren zweiten Flug, im August mit CRS-23 erstmals eine unbemannte.
SpaceX betreibt seither je eine Flotte von Raketenerststufen und Raumschiffen, die nach jedem Einsatz aufbereitet und wiedergenutzt werden. Anders als beispielsweise bei der United Launch Alliance, dem Hersteller der Atlas V und der Vulcan, werden diese Produkte nicht auftragsbezogen gefertigt, sondern stehen fĂźr verschiedene Missionen zur VerfĂźgung. Dadurch kann SpaceX auch kurzfristige Marktgelegenheiten nutzen. Während der europäischen Raketenkrise von 2022 bis 2024 starteten beispielsweise OneWeb-Kommunikationssatelliten und das ESA-Weltraumteleskop Euclid mit Falcon-9-Raketen, da die russisch-europäische Rakete Sojus-ST wegen des russischen Ăberfalls auf die Ukraine nicht mehr in Frage kam.
Das ursprĂźnglich ausgegebene Ziel von zehn Wiederverwendungen je Falcon-9-Erststufe konnte SpaceX Ăźbertreffen. Im August 2025 startete und landete der âBoosterâ mit der Seriennummer B1067 zum 30. Mal.cite-ref-33[33] Nicht erreicht wurde hingegen das Ziel einer Wiederverwendung innerhalb von 24 Stunden;cite-ref-sn-reuse-31-1[31] die Zeit fĂźr die Bergung, Wiederaufbereitung und Startvorbereitung von Falcon-9-Boostern pendelte sich bei etwa vier Wochen ein. Auch die Nutzlastverkleidungen werden vielfach genutzt; die Verkleidungshälften des ersten Starlink-Satellitenstarts absolvierten beispielsweise Anfang 2024 ihren neunten beziehungsweise elften Einsatz.cite-ref-34[34]
2017 â Neue Geschäftsfelder und Falcon Heavy
Zur ErschlieĂung eines weiteren lukrativen Marktes â dem Start US-amerikanischer Militär- und Aufklärungssatelliten â betrieb SpaceX erhebliche Lobbyarbeit. Diese Starts wurden seit den 1990er Jahren von der US Air Force Ăźber ihr EELV-Programm (Evolved Expendable Launch Vehicle) organisiert und beauftragt.cite-ref-35[35] Der Startdienstleister United Launch Alliance (ULA), ein Konsortium von Boeing und Lockheed Martin, verfĂźgte seit 2006 Ăźber ein Monopol beim Start schwerer EELV-Nutzlasten, das es zu brechen galt. Unter anderem sagte Elon Musk 2014 vor einem Ausschuss des Kongresses der Vereinigten Staaten aus und wies auf die hohen Preise der ULA-Raketen und auf deren Nutzung russischer RD-180-Triebwerke hin.cite-ref-36[36] Es folgte eine Reihe von Klagen des Unternehmens gegen ULA und gegen die Air Force, wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens, der Vergabe von Startaufträgen fĂźr Raketen mit russischen Triebwerken, mutmaĂlich unfairer Ausschreibungs- und Auftragsvergabepraktiken und der NichtberĂźcksichtigung von SpaceX bei der FĂśrderung der Entwicklung neuer Raketen.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] Den letzteren Rechtsstreit verlor SpaceX,cite-ref-40[40] jedoch wurde das Unternehmen als Bieter fĂźr EELV-Starts zugelassen und erhielt 2016 einen ersten Zuschlag fĂźr den Start eines GPS-Navigationssatelliten.cite-ref-41[41] SpaceX gewann weitere Aufträge der Air Force, und 2017 startete die Falcon 9 neben NASA-Missionen und kommerziellen Satelliten auch erste EELV-Nutzlasten. Die Beauftragung solcher Starts unter Verwendung russischer Triebwerke wurde mit Wirkung ab 2022 durch den US-Gesetzgeber verboten,cite-ref-42[42] wodurch ULA gezwungen war, die Rakete Atlas V kurzfristig durch die Neuentwicklung Vulcan mit amerikanischen Triebwerken zu ersetzen. Das EELV-Programm wurde in NSSL (National Security Space Launch) umbenannt, da der alte Name EELV â er steht frei Ăźbersetzt fĂźr âfortgeschrittene Wegwerfraketeâ â im Hinblick auf die Wiederverwendbarkeit der Falcon 9 unpassend erschien.cite-ref-43[43]
Musk nutzte die Publicity fĂźr SpaceX auch zur Präsentation von Produkten des Elektrofahrzeugherstellers Tesla, an dem er seit 2004 beteiligt ist. So befĂśrderte er im Februar 2018 mit dem Erstflug der Rakete Falcon Heavy seinen Tesla Roadster in eine Umlaufbahn um die Sonne. Die Falcon Heavy ist seitdem die leistungsstärkste kommerziell angebotene Trägerrakete; sie kann bis zu 64 Tonnen schwere Nutzlasten in Erdumlaufbahnen befĂśrdern. Die NASA wurde zum Hauptnutzer der Falcon Heavy und beauftragte SpaceX mit dem Start schwerer Raumsonden, Raumstationsmodule, Raumfrachter und eines Weltraumteleskops (â Liste der Falcon-Heavy-Starts).cite-ref-44[44] Als weitere Tesla-Werbeaktion fahren seit 2020 alle NASA-Astronauten mit Model-X-Fahrzeugen zur Startrampe des Kennedy Space Center, jeweils live Ăźbertragen im NASA TV. Die Fahrzeuge ersetzten die frĂźheren âAstrovansâ der NASA und wurden so umgerĂźstet, dass die Astronauten das Klimatisierungs- und Kommunikationssystem ihrer von SpaceX entwickelten RaumanzĂźge dort anschlieĂen kĂśnnen.cite-ref-45[45]
Im Dezember 2018 fĂźhrte SpaceX die Mission SSO-A durch, den ersten Rideshare-Flug einer Falcon 9 zum Start zahlreicher Kleinsatelliten. Kommerzielle Rideshare-Missionen mit internationalen Nutzlasten waren bis dahin eine Domäne der russischen und der indischen Raumfahrt gewesen. FĂźr SSO-A griff SpaceX auf die Expertise des Rideshare-Dienstleisters Spaceflight Industries zurĂźck, der auch Starts mit indischen und russischen Raketen vermittelte. Danach legte man mit dem Transporter-Programm eine eigene Rideshare-Serie fĂźr den Start in sonnensynchrone Umlaufbahnen (SSO) auf, dem meistgefragten Ziel fĂźr Kleinsatelliten. SpaceX bot diese Starts zu nie dagewesenen âKampfpreisenâ an und erreichte so ab dem ersten Flug Transporter-1 im Jahr 2021 eine MarktfĂźhrerschaft. Mit dieser Preispolitik untergrub SpaceX auch das Geschäftsmodell zahlreicher Start-up-Unternehmen, die â beflĂźgelt durch die Erfolge von SpaceX und teils gegrĂźndet von ehemaligen SpaceX-Mitarbeitern â mit der Entwicklung neuer Kleinraketen begonnen hatten.cite-ref-46[46] Die SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sagte 2019 voraus, dass keines dieser Kleinraketenprojekte Ăźberleben werde.cite-ref-47[47] Seitdem starteten fĂźnf neue US-amerikanische Kleinraketen, wovon vier (Rocket 3, LauncherOne, Terran 1 und RS1) bald wieder ausgemustert wurden.
Mit Transporter-1 stellte SpaceX auch einen neuen und bis heute gĂźltigen Rekord fĂźr die grĂśĂte Satellitenzahl mit einem Raketenstart auf. Mit 143 Nutzlasten auf diesem Flug Ăźberbot das Unternehmen den vorherigen Rekord von 104 Satelliten, aufgestellt durch einen Flug der indischen Rakete PSLV im Jahr 2017.cite-ref-48[48]
Als weiteres Geschäftsfeld erschloss sich SpaceX den Weltraumtourismus, indem die Crew Dragon auch fßr privat organisierte Raumflßge bereitgestellt wurde. Damit verwirklichte das Unternehmen das Ziel des Commercial-Crew-Programms der NASA, einen kommerziellen Markt fßr bemannte Raumfahrt anzuregen. Der erste touristische, aber auch als sportliche Herausforderung und wohltätiges Projekt betriebene Dragon-Flug war die Mission Inspiration4 im Jahr 2021, organisiert und finanziert von dem Unternehmer, Milliardär und Abenteurer Jared Isaacman. Seit 2022 chartert auch das Unternehmen Axiom Space Crew-Dragon-Raumschiffe fßr zweiwÜchige Flßge zur ISS. Letztere werden sowohl von Weltraumtouristen als auch fßr staatlich finanzierte Raumflßge genutzt, beispielsweise fßr einen Besuch zweier saudi-arabischer Raumfahrer auf der ISS im Mai 2023.
2018 â Starship und Starlink
Parallel zum Betrieb der Falcon 9 und des Dragon-Raumschiffs begann SpaceX in den 2010er Jahren mit dem Entwurf und der Entwicklung von Technologien, mit denen letztlich das Firmenziel der Marskolonisation verwirklicht werden soll. Hierzu zählten die GroĂraketenentwĂźrfe Mars Colonial Transporter und Interplanetary Transport System sowie erste Prototypen des Triebwerks Raptor. Im Gegensatz zum Merlin-Triebwerk der Falcon-Raketen sollte das Raptor einen Treibstoff verwenden, der prinzipiell auch auf dem Mars herstellbar ist, um von dort auch wieder zur Erde zurĂźckkehren zu kĂśnnen. Diese Vorarbeiten mĂźndeten 2017 in dem GroĂraketenprojekt BFR, welches 2018 in Starship umbenannt wurde. Ein wesentliches Merkmal dieser Rakete ist ihre angestrebte vollständige Wiederverwendbarkeit. Dies soll im Vergleich mit der Falcon 9 und der Falcon Heavy nochmals weitaus niedrigere Transportkosten je Tonne Nutzlast ermĂśglichen.
FĂźr das Starship brachte SpaceX das Raptor-Triebwerk zur Einsatzreife, als weltweit erstes funktionsfähiges Vollstromverbrennungstriebwerk. FrĂźhere Versuche in den USA und der Sowjetunion zur Entwicklung dieser hochkomplexen Triebwerkstechnik waren erfolglos geblieben.cite-ref-49[49] Sie soll eine geringere Belastung der Turbinen und dadurch letztlich hĂśhere BetriebsdrĂźcke und eine grĂśĂere Leistung ermĂśglichen. Seit den 1980er Jahren hatten sowjetische beziehungsweise russische Triebwerke den Rekord fĂźr den hĂśchsten Brennkammerdruck gehalten; sie erreichten etwa 260â300 bar. 2019 war es diesbezĂźglich zu einem Ăśffentlichen Streit zwischen Musk und Dmitri Rogozin, dem damaligen Leiter der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos gekommen, nachdem Musk behauptet hatte, ein Raptor-Prototyp habe mit 268,9 bar den Betriebsdruck des russischen Triebwerks RD-180 Ăźbertroffen.cite-ref-50[50] Vier Jahre später vermeldete Musk einen Druck von 350 bar bei einem Raptor-Testlauf.cite-ref-51[51]
Bereits 2018 hatte SpaceX mit dem Bau eines eigenen Weltraumbahnhofs nahe Brownsville im Sßden von Texas begonnen. Vom Sommer 2020 bis zum Frßhjahr 2021 fanden dort Testflßge von Prototypen der oberen Starship-Raketenstufe statt. Sie demonstrierten verschiedene FlugmanÜver, endeten jedoch zunächst in spektakulären Explosionen. Erst beim fßnften Versuch gelang eine intakte Landung, woraufhin diese Tests eingestellt wurden. Stattdessen starten seit April 2023 auf dem mittlerweile Starbase genannten Gelände mehrere Suborbitalflßge von Prototypen der gesamten, zweistufigen Starship-Rakete.
Auch fĂźr das Starship erhielt SpaceX Charteraufträge fĂźr touristische FlĂźge. Den ersten bemannten Starship-Flug buchte Jared Isaacman fĂźr sein Polaris-Raumflugprogramm. Mit dem zweiten wollte der japanische Unternehmer und Milliardär Yusaku Maezawa auf seiner geplanten Mission âDear Moonâ den Mond umrunden, begleitet von acht KĂźnstlern. Maezawa wie Isaacman sagten ihre FlĂźge jedoch nach jeweils drei Jahren wieder ab. Mit einem weiteren Starship-Flug mĂśchte der heute 85-jährige Dennis Tito, bekannt als erster Weltraumtourist, nochmals ins All und ebenfalls um den Mond fliegen.cite-ref-52[52]
Zur Finanzierung des Starship- und Marsflugprojekts begann SpaceX 2019 mit dem Aufbau des Satelliteninternet-Netzwerks Starlink, von dem sich das Unternehmen 30 Milliarden Dollar an jährlichen Einnahmen erhofft.cite-ref-53[53] Ende 2020 waren bereits rund 900 Starlink-Satelliten im Orbit, Ende 2021 etwa 1800. So wurde SpaceX â gemessen an der Satellitenanzahl â innerhalb von zwei Jahren zum weltgrĂśĂten Satellitenhersteller und -betreiber.cite-ref-54[54] Im September 2023 umfasste das System 4400 Satelliten und war in 60 Ländern auf allen sieben Kontinenten verfĂźgbar.cite-ref-55[55] Bis Dezember 2025 stieg die Satellitenzahl auf rund 9400cite-ref-56[56] und die Zahl der Nutzer â nach Unternehmensangaben â auf neun Millionen. Das System sei nun in 155 Ländern und Territorien verfĂźgbar.cite-ref-57[57]
2022 â MarktfĂźhrer in der unbemannten und bemannten Raumfahrt
Bereits 2017 lĂśste SpaceX Arianespace als weltweiten MarktfĂźhrer fĂźr kommerzielle Satellitenstarts ab.cite-ref-58[58] Seitdem konnte das Unternehmen seinen Marktanteil weiter ausbauen.
Vor allem durch zahlreiche FlĂźge mit Starlink-Satelliten startete die Falcon 9 im Jahr 2022 insgesamt 60-mal. Damit Ăźberbot sie den seit 1978 bestehenden Rekord der sowjetischen Sojus-Rakete von 45 Starts innerhalb eines Jahres.cite-ref-59[59] Die Falcon 9 befĂśrderte 2022 auch mehr Nutzlastmasse in den Weltraum als jede andere Rakete. 2023 stieg die Zahl der Falcon-Starts bei noch hĂśherer Starlink-Startfrequenz auf 96 (davon 5 Falcon Heavy, nach einer im Vorjahr). Dies entsprach 43 % aller weltweiten Orbitalraketenstarts. Mit drei FlĂźgen der Crew Dragon absolvierte SpaceX im selben Jahr auch 43 % aller bemannten RaumflĂźge. 2024 stieg die Startzahl auf 134 (52 % Marktanteil).
Vom Herbst 2022 bis Mitte 2025 Ăźbernahm SpaceX auch Starts fĂźr einige Kunden von Arianespace; seit 2024 starten zudem Cygnus-Raumfrachter von Northrop Grumman mit Falcon 9. Beide Unternehmen konnten bzw. kĂśnnen seit der Ausmusterung ihrer Raketen Sojus-ST, Ariane 5 und Antares vorĂźbergehend keine schweren Nutzlasten mehr befĂśrdern. Es wurden Stimmen laut, die eine Monopolisierung des Raumtransports durch SpaceX befĂźrchteten.cite-ref-60[60]cite-ref-61[61]
2024 â Technische Defekte bei Raketenstarts
Siehe auch
:
Falcon 9 #Zwischenfälle
Erstmals seit der Raketenexplosion von 2016 kam es im Januar 2023 bei einer Falcon 9 zu einem Nutzlastverlust: Mehrere Kleinsatelliten der Rideshare-Mission Transporter-6 trennten sich nicht von der oberen Raketenstufe und stĂźrzten mit dieser zurĂźck zur Erde. Auch beim Flug Transporter-9 im November desselben Jahres erreichten mehrere Satelliten nicht ihren Zielorbit. Es blieb ungeklärt, ob es sich dabei um eine Fehlfunktion der Rakete oder der von Dritten bereitgestellten Nutzlasthalterungen handelte. (â Liste der Transporter-Missionen).
Von Mitte 2024 bis März 2025 häuften sich technische Defekte an SpaceX-Raketen.cite-ref-ars-rr-62-0[62] Im Juli 2024 gingen 20 Starlink-Satelliten infolge eines Sauerstofflecks an der zweiten Raketenstufe verloren;cite-ref-63[63] im September verfehlte eine Zweitstufe beim Deorbiting das vorgesehene Absturzgebiet im Pazifik.cite-ref-64[64] Die NASA ermahnte SpaceX, auf die Sicherheit bemannter Starts zu achten.cite-ref-65[65] Im Februar 2025 entstand erneut ein Leck an einer Falcon-9-Zweitstufe, weshalb kein kontrolliertes Deorbiting mÜglich war. Die Stufe stßrzte zweieinhalb Wochen später ßber Polen und der Ukraine ab. In Polen entstanden Sachschäden durch herabfallende Trßmmer.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]
Nach einer Serie von mehreren hundert erfolgreichen Landungen von Falcon-9-Erststufen kam es auch hierbei wieder zu Fehlschlägen. Nach einem Starlink-Start im August 2024 geriet der âBoosterâ â bei seinem 23. Einsatz â während des Landeanflugs in Brand und stĂźrzte ins Meer.cite-ref-68[68] Im März 2025 brannte eine Erststufe nach der Landung, wodurch ein Landebein beschädigt wurde und einknickte. Die Stufe fiel um und wurde dabei zerstĂśrt.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70] Bei einer neu gebauten Crew-Dragon-Raumkapsel traten hingegen Probleme mit den Batterien und dem Antriebssystem auf,cite-ref-71[71]cite-ref-72[72] weshalb die NASA den bemannten Raumflug SpaceX Crew-10 auf eine ältere Crew Dragon umbuchen musste.cite-ref-73[73]
Einrichtungen
Firmenzentrale und Entwicklungszentren
Die Geschäftszentrale des Unternehmens und umfangreiche Entwicklungs- und Produktionsanlagen befinden sich in Hawthorne bei Los Angeles in Kalifornien. Ferner befindet sich dort das Missionskontrollzentrum fßr alle SpaceX-Flßge.
In McGregor, Texas betreibt SpaceX seit 2003 eine Testanlage fĂźr Raketentriebwerke und ManĂśvrierdĂźsen. Hier findet auch ein GroĂteil der Triebwerksentwicklung statt.cite-ref-78[78]
Start- und Landeeinrichtungen
Alle fĂźnf Falcon-1-Raketen wurden von der Kwajalein Missile Range auf der Marshallinsel Omelek im Pazifik gestartet.
Die Starts von Falcon-9-Raketen erfolgen entweder vom Space Launch Complex 40 (SLC-40) der Cape Canaveral Space Force Station (CCSFS), vom Launch Complex 39A (LC-39A) des benachbarten NASA-Weltraumbahnhofs Kennedy Space Centers (KSC) oder vom Space Launch Complex 4E (SLC-4E) der Vandenberg Space Force Base (VSFB) in Kalifornien. Am KSC und an der VSFB verfĂźgt das Unternehmen Ăźber Hangars, in denen die aus Hawthorne in Kalifornien angelieferten Raketenstufen vor dem Start zusammengefĂźgt werden und die Nutzlast montiert wird. Die Raketentransporte erfolgen auf dem Landweg, weswegen die Falcon-9-Stufen relativ schlank gebaut sind, um unter BrĂźcken und anderen Hindernissen hindurchzupassen.
Vom LC-39A, fßr den SpaceX 2014 einen 20-Jahres-Mietvertrag abgeschlossen hatte, startet seit 2018 auch die Falcon Heavy. Bei der Anmietung dieses historischen NASA-Startplatzes hatte sich SpaceX gegen den Konkurrenten Blue Origin durchgesetzt, der den Platz zumindest mitnutzen wollte.cite-ref-79[79] Der SLC-4E in Kalifornien war bereits frßhzeitig fßr die Falcon Heavy hergerichtet worden,cite-ref-80[80] jedoch änderte sich deren Design danach noch so sehr, dass sie bislang nicht in die dortige Startvorrichtung passt. Am SLC-6 desselben Weltraumbahnhofs soll ein zweiter Falcon-Startplatz hergerichtet werden, der auch fßr die Falcon Heavy geeignet ist.[veraltet]cite-ref-81[81]
FĂźr Landungen der an der OstkĂźste gestarteten Raketenstufen betreibt SpaceX auf der CCSFS den Landing Complex 1. An der Vandenberg Space Force Base wurde am benachbarten ehemaligen Launch Complex 4W eine Landefläche gebaut. Wasserlandungen erfolgen auf schwimmenden Plattformen im Atlantik oder Pazifik, den âAutonomous spaceport drone shipsâ.
Bei dem Dorf Boca Chica im äuĂerten SĂźden von Texas errichtete SpaceX die Starbase, einen unternehmenseigenen Weltraumbahnhof mit angeschlossener Raketenfabrik. Seit 2020 finden dort TestflĂźge von Prototypen des Starship-Raketensystems statt. Am LC-39A des Kennedy Space Center ist ein zweiter Startplatz fĂźr diese Rakete im Bau. Auch eine Raketenfabrik am KSC ist in Planung.cite-ref-82[82] Wegen ihrer enormen GrĂśĂe mĂźssen die beiden Starship-Stufen jeweils vor Ort gefertigt werden, solange sie nicht von einem Startplatz zum anderen fliegen und dort landen kĂśnnen.
Maritime Schiffsflotte
SpaceX nutzt verschiedene Schiffe zur Bergung von Raketenteilen und Raumkapseln:cite-ref-83[83]
⢠Auf den unbemannten schwimmenden Plattformen Of Course I Still Love You, Just Read the Instructions und A Shortfall of Gravitas landen Falcon-9-Erststufen. Die Schiffe sind in Florida und Kalifornien stationiert und werden jeweils aufs Meer hinaus- und zurßck in den Hafen geschleppt, da vollautonomer Schiffsverkehr nicht erlaubt ist.
⢠Mit den Schiffen Megan und Shannon (vormals und GO Searcher und GO Navigator), benannt nach den Astronautinnen Megan McArthur und Shannon Walker, werden im Meer gewasserte Dragon-Raumkapseln geborgen.
⢠Die ehemaligen Versorgungsschiffe GO Ms. Tree und GO Ms. Chief wurden fßr Experimente zum Auffangen von Nutzlastverkleidungshälften genutzt, welche letztlich nicht erfolgreich waren.
⢠Die Schiffe Bob und Doug, benannt nach den ersten mit SpaceX geflogenen Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley, werden sowohl fßr die Bergung von Nutzlastverkleidungshälften als auch zum Schleppen der Landeplattformen eingesetzt.
⢠Weitere Schiffe wie der Crosby Skipper und die GO Beyond werden als Schlepper und zur Unterstßtzung der Bergungsaktionen genutzt.
Treibstoffproduktion
SpaceX erwarb Ăźber sein 2020 gegrĂźndetes Tochterunternehmen Lone Star Mineral Development die stillgelegte sĂźdtexanische Ălquelle La Pita, um dort Erdgas zu fĂśrdern. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan, einer der beiden Treibstoffkomponenten fĂźr die Starship-Rakete. Ein beteiligtes Unternehmen, das sich in einem Rechtsstreit mit SpaceX um die FĂśrderrechte befindet oder befand, berichtete, dass neues Bohr- und Fracturing-Gerät auf das Gelände gebracht worden sei.cite-ref-84[84]
Auf der South Texas Launch Site (heute Starbase) begann Anfang 2021 die Installation einer Luftdestillationsanlage zur Gewinnung von Sauerstoff, der zweiten Treibstoffkomponente.cite-ref-85[85] Im Herbst 2023 wurde diese Anlage wieder abgebaut. Im August 2025 beantragte das Unternehmen dann die Genehmigung zur Errichtung einer neuen Anlage zur Gewinnung von Stickstoff und Sauerstoff.cite-ref-86[86]
Produkte
Falcon 1
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Hauptartikel
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Falcon 1
Elon Musk beschrieb die Falcon 1 als einen Kompromiss zwischen einer kleinen Rakete, die mit den vorhandenen Finanzmitteln realisierbar war, und einer zumindest so groĂen Rakete, dass sie sinnvolle Nutzlasten in eine Erdumlaufbahn bringen konnte. Dementsprechend wurde sie als leichte Trägerrakete fĂźr einige hundert Kilogramm Nutzlast ausgelegt und mit selbst entwickelten Triebwerken versehen, die nach dem relativ unkomplizierten Gasgeneratorverfahren arbeiteten. (Diese Triebwerkstechnik behielt SpaceX auch fĂźr die Falcon 9 und die Falcon Heavy bei, reizte sie dort aber bis an die Grenzen der prinzipiell erreichbaren Leistungsfähigkeit aus.) Den Namen der Rakete erklärte Musk als Anspielung auf den Raumfrachter Millennium Falcon in den Star-Wars-Filmen.cite-ref-vance-f1-87-0[87]
Als Zieltermin fĂźr den ersten Testflug der Falcon 1 gab Musk den November 2003 vor.cite-ref-vance-f1-87-1[87] Nach mehreren Terminverschiebungen startete sie schlieĂlich am 24. März 2006. Der Flug endete mit dem Absturz der Rakete infolge eines Treibstofflecks und des dadurch ausgelĂśsten Brandes. Da die Nutzlast des Flugs von der United States Air Force gestellt wurde, war das US-Verteidigungsministerium an der Unfalluntersuchung beteiligt.
Beim zweiten Testflug im März 2007 geriet die Rakete in starke Rotation. Die zweite Raketenstufe stieĂ daher während der Stufentrennung mit ihrer TriebwerksdĂźse gegen den oberen Rand der Erststufe, flog jedoch zunächst problemlos weiter. Dann geriet sie in Schwingungen, wodurch die Treibstoffzufuhr des Triebwerks unterbrochen wurde und dieses ausfiel. Die Rakete erreichte eine HĂśhe von 289 Kilometern, bevor sie abstĂźrzte und ins Meer fiel.cite-ref-88[88] Auch beim dritten Testflug im August 2008 kollidierten beide Stufen während des Trennungsvorgangs, diesmal weil das Erststufentriebwerk etwas länger als erwartet brannte. Die Rakete geriet daraufhin auĂer Kontrolle.cite-ref-89[89]
Der vierte Flug einer Falcon 1 am 28. September 2008 glĂźckte; die Rakete setzte eine 165 kg schwere Probenutzlast in einen 644 km hohen Orbit aus. Mit dem fĂźnften und letzten Start absolvierte die Falcon 1 am 14. Juli 2009 ihren einzigen kommerziellen Einsatz; sie brachte den malaysischen Erdbeobachtungssatelliten RazakSAT in eine etwa 675 km hohe Erdumlaufbahn.
Falcon 5
Die Falcon 5 â auch Falcon V genanntcite-ref-90[90] â war eine geplante Rakete, die auf der Technik der Falcon 1 basieren sollte. Die erste Stufe sollte von fĂźnf Merlin-Triebwerken angetrieben werden. Mit Hilfe von Fallschirmen sollte sie â so wie es auch fĂźr die Falcon 1 anfangs geplant war â zur Erde zurĂźckkehren, um wiederverwendet zu werden. Durch den Einsatz von fĂźnf Triebwerken sollte die Rakete auch beim Ausfall eines Triebwerks ihre Mission erfĂźllen kĂśnnen. Die zweite Stufe wäre von einem modifizierten Merlin-Triebwerk angetrieben worden, das mit einer vergrĂśĂerten AusstrĂśmdĂźse fĂźr den Betrieb im Fast-Vakuum optimiert gewesen wäre. Die Falcon 5 sollte von Cape Canaveral aus 6020 kg in eine 200 km hohe Umlaufbahn befĂśrdern kĂśnnen, womit sie in der Leistungsklasse der Rakete Delta II gelegen hätte.
Nach der Bekanntgabe der Pläne zur Entwicklung der Falcon 9 änderte SpaceX zunächst die Konfiguration der Falcon 5. Die Falcon 5 sollte eine modifizierten Erststufe der Falcon 9 verwenden und eine Nutzlast von 4100 kg befĂśrdern kĂśnnen. Im Zuge der Entwicklung der Falcon 9 wurde schlieĂlich auf die Falcon 5 verzichtet.
Falcon 9
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Hauptartikel
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Falcon 9
Die Falcon 9 ist eine zweistufige Trägerrakete fĂźr bis zu 23 Tonnen Nutzlast. Sie ging in den späten 2000er Jahren aus dem NASA-Programm Commercial Orbital Transportation Services zur privaten Versorgung der ISS hervor; die Entwicklung wurde von der NASA mitfinanziert und betreut. Am 4. Juni 2010 fand der Falcon-9-Jungfernflug statt, am 8. Oktober 2012 der erste Start eines Dragon-Raumschiffs zur ISS. Die Rakete und ihre Merlin-Triebwerke wurden danach kontinuierlich weiterentwickelt, bis mit der Version âBlock 5â die finale und leistungsstärkste Ausbaustufe erreicht und die Rakete zuverlässig wiederverwendbar war. Danach zog Musk die Ingenieure fĂźr das Starship-Projekt ab.
Neben den Dragon-Starts wird die Falcon 9 auch zum Start von privatwirtschaftlichen und staatlichen Nutzlasten verwendet. SpaceX entwickelte sich damit zu einem direkten Konkurrenten von etablierten Startanbietern wie International Launch Services, Arianespace und der United Launch Alliance. Durch niedrigere Preise bei gleicher Zuverlässigkeit verdrängte SpaceX die Mitbewerber weitgehend aus dem Markt fßr kommerzielle Satellitentransporte. MÜglich wurde dies durch die Wiederverwendung der Erststufe und durch einen stetigen Zufluss an Investorenkapital zur Finanzierung der ßbrigen Projekte.
Mit Stand Ende 2023 hat die Falcon 9 insgesamt 285 Starts absolviert. Dabei kam es zu nur drei Zwischenfällen durch Fehlfunktionen der Rakete. Neben den beiden Unfällen von 2015 und 2016, bei denen jeweils die Rakete und ihre Nutzlast zerstĂśrt wurden, schaltete sich während eines Starlink-Satellitenstarts am 18. März 2020 eines der neun Hauptstufentriebwerke ab. Die Falcon 9 kann â wie es bereits fĂźr die Falcon 5 geplant war â den Ausfall eines ihrer Hauptstufentriebwerke verkraften. Sie brachte die Starlink-Satelliten in die geplante Umlaufbahn; nur der Landeversuch der Erststufe schlug fehl.cite-ref-91[91] Als Ursache des Zwischenfalls wurde ermittelt, dass Reste der ReinigungsflĂźssigkeit Isopropanol in einem Sensorschacht des Triebwerks verblieben waren und sich während des Flugs entzĂźndet hatten.cite-ref-92[92]
Bei den 285 Einsätzen gelangen 242 von 251 Landeversuchen. 159-mal wurde eine Falcon-9-Erststufe wiederverwendet.
Falcon Heavy
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Hauptartikel
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Falcon Heavy
Die Falcon Heavy ist mit einer Transportkapazität von etwa 64 Tonnen die weltweit stärkste kommerziell verfĂźgbare Trägerrakete. Ăbertroffen wird ihre Leistung nur durch das etwa zwei Milliarden US-Dollar teure, nicht wiederverwendbare Space Launch System von Boeing und Northrop Grumman. Hauptkunde fĂźr Falcon-Heavy-Starts ist die NASA; daneben wurden auch Starts vom US-amerikanischen Militär und fĂźr besonders schwere kommerzielle Satelliten gebucht.
Bereits Mitte der 2000er Jahre hatte SpaceX die Entwicklung einer gegenĂźber der Falcon 9 wesentlich stärkeren Rakete mit zwei zusätzlichen Boostern geplant. Das Projekt erwies sich als unerwartet komplex und verzĂśgerte sich zusätzlich durch die Falcon-9-Explosion im September 2016. Am 6. Februar 2018 erfolgte schlieĂlich mit fĂźnf Jahren Verspätung der Erstflug der Falcon Heavy. Sie besteht aus drei modifizierten Falcon-9-Erststufen mit insgesamt 27 Merlin-Triebwerken sowie einer Falcon-9-Oberstufe. Die drei Erststufen sind wiederverwendbar. Bei den meisten bisherigen FlĂźgen landeten aber nur jeweils zwei davon (die beiden seitlich angebrachten âBoosterâ), weil so viel Treibstoff der mittleren Stufe fĂźr die Beschleunigung der Nutzlast benĂśtigt wurde, dass nicht genĂźgend davon zum Abbremsen während einer Landung Ăźbrig blieb.
Ein anfangs geplanter Einsatz der Falcon Heavy fßr bemannte touristische Missionen und Marsflßge wurde nicht realisiert. SpaceX verzichtete auf die aufwändige Zertifizierung der Rakete fßr bemannte Missionen zugunsten der Entwicklung des Starship.
Dragon
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Dragon (Raumschiff)
Ebenfalls in Eigenregie, aber im Auftrag der NASA, wurde der wiederverwendbare Dragon-Raumfrachter konzipiert, gebaut und erprobt. Er konnte anfangs 2,5 Tonnen Fracht transportieren, später mit stärkeren Versionen der Falcon 9 bis zu 6 Tonnen. Am 8. Dezember 2010 startete die erste Dragon-Kapsel als erstes privat gebautes und betriebenes Raumschiff auf einer Falcon 9 ins All. Nach etwa drei Stunden Flug wasserte sie im Pazifischen Ozean.cite-ref-rf20101208001-93-0[93] Damit wurde erstmals die Fähigkeit demonstriert, ein ISS-Versorgungsraumschiff zu landen.
Von Oktober 2012 bis März 2020 absolvierte die Dragon regelmäĂige VersorgungsflĂźge zur ISS. Beim achten dieser Einsätze am 28. Juni 2015 ereignete sich der einzige Unfall mit einer Dragon: Die Falcon-9-Trägerrakete brach infolge eines Strebenversagens auseinander, sodass die Raumkapsel ins Meer stĂźrzte; dabei gingen 1,8 Tonnen Fracht fĂźr die ISS verloren.cite-ref-95[95] Von der Mission CRS-13 im Dezember 2017 bis zur Abschlussmission CRS-20 setzte SpaceX nur noch gebrauchte Dragon-Kapseln ein.
Dragon 2
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Dragon 2
Das Raumschiff Dragon 2 ersetzt seit 2020 die Dragon. Es wird in zwei Varianten gebaut: der Crew Dragon zum kombinierten Transport von Raumfahrern und Fracht und der Cargo Dragon 2 als reinem Frachter. Wie bereits das Vorgängermodell ist die Dragon 2 wiederverwendbar, um die Herstellkosten pro Flug zu begrenzen.
Der erste unbemannte Testeinsatz einer Crew Dragon fand im März 2019 als Mission SpX-DM1 statt. Am 30. Mai 2020 startete die erste bemannte Crew Dragon 2 als Mission SpX-DM2 mit den NASA-Astronauten Douglas Hurley und Robert Behnken. Die erste Cargo Dragon 2 brachte im Dezember 2020 Fracht zur ISS. Mit diesen Terminen ßbertrumpfte SpaceX den Boeing-Konzern, dessen deutlich teurere Raumkapsel CST-100 Starliner erst im Mai 2022 einen ersten unbemannten Testflug zur ISS unternahm und frßhestens 2025 in den Regelbetrieb gehen kann.[veraltet]cite-ref-96[96]
Die Crew Dragon ist das erste Raumschiff mit Touchscreen-Bedienung und die erste Raumkapsel, die mit mehr als drei Personen startete (ab dem Flug SpaceX Crew-1 im November 2020 mit vier Astronauten). Die einfache Bedienung ermÜglicht auch Flßge ohne professionell ausgebildete Raumfahrer, was erstmals im September 2021 mit der Mission Inspiration4 demonstriert wurde. Pilotin des grundsätzlich automatisierten Flugs war die Wissenschaftskommunikatorin, Kßnstlerin und Geologieprofessorin Sian Proctor.
Dragon XL
Im März 2020 erhielt SpaceX von der NASA den Auftrag zur Entwicklung der Dragon XL, einer vergrĂśĂerten, nicht wiederverwendbaren Variante des Frachtraumschiffs Cargo Dragon 2. Sie soll ab den späten 2020er Jahren die Mond-Raumstation Lunar Orbital Platform-Gateway mit bis zu 5 Tonnen Material je Flug versorgen. Als Trägerrakete soll die Falcon Heavy verwendet werden.cite-ref-97[97]cite-ref-98[98] Die NASA beauftragte zunächst zwei dieser âGateway-Logistics-Serviceâ-Missionen. Es ist geplant, dass die Dragon XL jeweils fĂźr 6 bis 12 Monate am Gateway angekoppelt bleibt. Eine RĂźckkehr zur Erde ist nicht vorgesehen.cite-ref-nasa-gateway-99-0[99]
U.S. Deorbit Vehicle
Im Juni 2024 beauftragte die NASA SpaceX mit dem Bau des Raumschleppers United States Deorbit Vehicle (USDV). Der Schlepper soll nach dem Betriebsende der Internationalen Raumstation verwendet werden, um diese kontrolliert zum Absturz zu bringen.cite-ref-100[100] Die USA mÜchten dadurch unabhängig von russischen Progress-Raumschiffen sein, mit denen ebenfalls ein Deorbiting der Station mÜglich wäre.cite-ref-101[101] Das USDV wird auf einer gebrauchten Cargo Dragon 2 basieren, die mit zusätzlichen Tanks und Draco-Triebwerken ausgestattet wird. Dabei soll auch Technik zum Einsatz kommen, die fßr die Dragon XL entwickelt wird. Die Startmasse des USDV soll 30 Tonnen betragen, davon etwa 16 Tonnen Treibstoff.cite-ref-102[102]
Starship
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Hauptartikel
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Starship
Starship ist ein Projekt zur Entwicklung der bislang grĂśĂten und leistungsstärksten Trägerrakete, das aus Konzepten aus den 2010er Jahren zur ErmĂśglichung der Marskolonisation hervorging. Die Rakete soll zunächst 124 Meter hoch werden, bei einem Durchmesser von neun Metern und einer Startmasse von mehr als 5000 Tonnen (â technische Daten des Starship). Ihr angestrebter Startschub ist mit rund 80.000 kN doppelt so groĂ wie der der bislang stärksten eingesetzten Rakete, dem Space Launch System des Artemis-Mondflugprogramms.
Die beworbene Transportkapazität des Starship beträgt 100â150 Tonnen fĂźr 500 Kilometer hohe Erdumlaufbahnen. Nach mehrfachem Auftanken im niedrigen Erdorbit soll die gleiche Masse an Ladung in eine geostationäre Transferbahn oder zum Mond oder Mars transportiert werden kĂśnnen. Die beiden Stufen der Rakete â genannt Starship und Super Heavy â sollen nach ihrem Einsatz zum Startplatz zurĂźckfliegen kĂśnnen, um dort in Fangarmen zu landen und nach kurzer Zeit fĂźr einen weiteren Flug bereitzustehen. Durch die vollständige Wiederverwendbarkeit bei geringem Wartungsaufwand sollen nochmals weitaus niedrigere Transportkosten je Tonne Nutzlast erreicht werden als mit der Falcon 9. Wahlweise soll ohne Wiederverwendung der Start von bis zu 250 Tonnen Nutzlast mĂśglich sein.cite-ref-103[103]
Seit April 2023 finden TestflĂźge von Prototypen der Starship-Rakete statt. Diese Prototypen sind 120â123 Meter hoch, haben einen Durchmesser von 9 Metern und verfĂźgen Ăźber 33 Raptor-Triebwerke in der ersten und sechs in der zweiten Stufe. Durch eine schrittweise Weiterentwicklung mit stärkeren Triebwerken, einer leichteren Bauweise und grĂśĂeren Tankscite-ref-starship-v2-104-0[104] soll die Rakete die beworbene Transportleistung erreichen. Auch dem Ziel der Wiederverwendung mĂśchte sich SpaceX â wie bei der Falcon 9 â schrittweise nähern.cite-ref-105[105]
Wenn die Starship-Rakete einsatzbereit ist, soll sie zunächst fßr den Start von Satelliten genutzt werden. Als weitere Verwendung sind bemannte Flßge geplant. 2021 wählte die NASA das Starship als Landeeinheit fßr die ersten geplanten Mondmissionen im Rahmen ihres Artemis-Programms. Eine spezielle Version des Starship sollte 2024 die nächsten Menschen auf den Mond bringen.cite-ref-106[106] Es folgten weitere Aufträge fßr touristische Flßge und fßr einen kommerziellen Satellitenstart. Als erste Starship-Nutzlast kßndigte SpaceX den Start von Starlink-Satelliten ab 2022 an.cite-ref-107[107]
Der Zeitplan fĂźr diese FlĂźge erwies sich als zu ambitioniert; bis Ende 2025 startete noch kein Satellit mit einem Starship. Vor dem ersten bemannten Flug mĂśchte die SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell das Starship mit mindestens 100 unbemannten Starts erproben.cite-ref-108[108] Eine erste bemannte Marsmission â anfangs von Musk fĂźr 2024 in Aussicht gestellt â wird mittlerweile fĂźr die frĂźhen 2030er Jahre angestrebt.cite-ref-109[109]
Gestartet wird zunächst vom firmeneigenen Weltraumbahnhof Starbase in Sßdtexas. Die ersten drei Testflßge von dort endeten jeweils mit einer ZerstÜrung beider Raketenstufe. Beim vierten Flug im Juni 2024 absolvierten beide Stufen erstmals die volle geplante Flugbahn und landeten kontrolliert im Wasser.cite-ref-110[110] Beim fßnften Flug vier Monate darauf gelang erstmals eine Landung der Erststufe in einer Auffangvorrichtung am Startturm, was letztlich eine schnelle Wiederverwendung ermÜglichen soll. Erste Orbitalstarts sind mittlerweile fßr 2026 geplant.cite-ref-111[111]
Ein zweiter Starship-Startplatz ist auf dem NASA-Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im Bau, ein dritter soll auf der Cape Canaveral Space Force Station entstehen.cite-ref-112[112]
Starlink
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Hauptartikel
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Starlink
Mit dem Starlink-Satellitennetzwerk wurde der Raumtransport-Dienstleister SpaceX auch zum Telekommunikationsanbieter. Wie bei frĂźheren Projekten leistete das Unternehmen auch hier Pionierarbeit, indem es die Satelliten mit sogenannten âLaserlinksâ ausstattete, sie also mittels Laser-Richtfunk direkt miteinander vernetzte. Dies ermĂśglicht trotz nur zirka 520 bis 570 Kilometer hoher Umlaufbahnen einen Internetnutzung an jedem Ort der Erde, auch in Flugzeugen und in der maritimen Schifffahrt, unabhängig vom Vorhandensein Ăśrtlicher Bodenstationen. Die niedrigen Umlaufbahnen â niedriger als bei allen bestehenden und geplanten Konkurrenzsystemen â ermĂśglichen kurze Paketumlaufzeiten, ein Hauptmerkmal von Starlink. Zudem vermeiden sie WeltraummĂźll durch relativ schnelles passives Deorbiting und begrenzen die in der Astronomie stĂśrende Lichtverschmutzung. Neu ist auch die schiere GrĂśĂe des Projekts mit mehreren tausend â geplant mehreren zehntausend â Satelliten.
Auch bei Starlink versucht SpaceX, durch aggressive Preispolitik und schnelle Innovationszyklen eine MarktfĂźhrerschaft in verschiedenen Anwendungsgebieten zu erreichen. Die Satelliten werden in schnell aufeinanderfolgenden Generationen weiterentwickelt und besitzen eine Lebensdauer von nur etwa fĂźnf Jahren;cite-ref-113[113] so werden ältere Satelliten laufend durch neuere ersetzt. Auf erste Prototypen der Version 0.9 (Start Mitte 2019) folgte ab Ende 2020 die betriebsfähige Version 1.0, abgelĂśst ab Mitte 2021 von der Version 1.5 mit Laserlinks. Im FrĂźhjahr 2023 begann SpaceX mit dem Start der doppelt so groĂen und viermal so leistungsfähigen Satelliten der Version 2.0.cite-ref-114[114]cite-ref-115[115] Anfang 2024 starteten erste Starlink-Satelliten, die Ăźber LTE-Mobilfunk direkt mit handelsĂźblichen Mobiltelefonen kommunizieren kĂśnnen.cite-ref-116[116] Einen weiteren Technologiesprung soll das Starship ermĂśglichen, mit dem die nochmals grĂśĂeren und leistungsfähigeren Satelliten der Version 3 gestartet werden sollen.cite-ref-117[117]
Militärsatelliten
2020 erhielt SpaceX einen Auftrag der Space Development Agency, einer Einheit der United States Space Force, zum Bau von vier Frßhwarnsatelliten-Prototypen fßr deren Tracking-Layer-System.cite-ref-118[118] Die Satelliten basieren auf dem Starlink-Bus und wurden 2023 gestartet.cite-ref-119[119] Folgeaufträge gingen jedoch an andere Hersteller.cite-ref-120[120]cite-ref-121[121]cite-ref-122[122]
2022 stellte SpaceX Starshield vor, einen Satellitenbus fßr militärische Anwendungen. Mit Starshield versucht SpaceX, auf Starlink basierende Satellitentechnik als Industriestandard zu etablieren.cite-ref-123[123] Vom US-Verteidigungsministerium erhielt das Unternehmen einen Auftrag im Wert von 1,8 Milliarden US-Dollar zur Errichtung eines Netzwerks von mehreren hundert Starshield-Aufklärungssatelliten.cite-ref-124[124] 203 dieser Satelliten wurden von Mai 2024 bis September 2025 mit Falcon-9-Raketen gestartet.cite-ref-125[125]
Management
SpaceX wird von einem Verwaltungsrat (Board of Directors) geleitet. Geschäftsfßhrende Ratsmitglieder sind der Grßnder und Haupteigentßmer Elon Musk (CEO und CTO) und die seit dem Grßndungsjahr fßr SpaceX tätige Gwynne Shotwell (Präsidentin und COO). Während Musk vor allem fßr die technische Strategie und Entwicklung verantwortlich ist, leitet Shotwell das Tagesgeschäft.cite-ref-126[126] Shotwell betrachtet Musk als ihren Vorgesetzten.cite-ref-127[127] Auch Elon Musks Bruder Kimbal Musk und der Investor Steve Jurvetson sind Mitglieder des Verwaltungsrats, aber ohne geschäftsfßhrende Funktion.cite-ref-128[128]
Weitere bekannte SpaceX-Manager sind der ehemalige Vizepräsident und Raketenstart-Chefingenieur Hans KÜnigsmann sowie Lars Blackmore als Principal Rocket Landing Engineer (Hauptingenieur fßr Raketenlandungen). William Gerstenmaier, ehemals Leiter des bemannten Raumfahrtprogramms der NASA, arbeitet seit 2021 als Vizepräsident fßr Produktions- und Flugqualität fßr SpaceX.cite-ref-129[129]
Siehe auch
:
Managementmethoden von Elon Musk
Finanzen und Mitarbeiterzahl
SpaceX plant nach Informationen des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg einen BĂśrsengang im zweiten Halbjahr 2026.cite-ref-130[130] Bislang ist das Unternehmen nicht bĂśrsennotiert und daher nicht verpflichtet, JahresabschlĂźsse oder sonstige Finanzdaten zu verĂśffentlichen. Es organisiert aber einen privaten Markt fĂźr SpaceX-Anteile. Ein- oder mehrmals im Jahr wird ein Preis festgestellt, zu dem Anteile verkauft, gekauft und neu gezeichnet werden kĂśnnen. Durch diesen Anteilshandel wird jeweils bekannt, wie viel neues Kapital SpaceX aufnimmt, und wie hoch der Marktwert des Unternehmens zu diesem Zeitpunkt ist.
Die folgende Tabelle gibt die Wertentwicklung des Unternehmens anhand dieses Anteilshandels wieder, neben Jahresumsätzen und Mitarbeiterzahlen, die durch Medienberichte oder SpaceX-Pressemeldungen bekannt wurden. Durch die Einnahmen aus dem Starlink-Geschäft steigen die Umsätze seit 2022 sehr stark an.
| Jahr | Umsatz | Mitarbeiter | Marktwert |
|---|---|---|---|
| 2002 | | ca. 30 [ 131 ] | |
| 2003 | | | |
| 2004 | | | |
| 2005 | | ca. 90 (Feb.) [ 132 ] ca. 160 (Nov.) [ 133 ] | |
| 2006 | | | |
| 2007 | | ca. 350 (Aug.) [ 134 ] | |
| 2008 | | ca. 600 (Dez.) [ 135 ] | |
| 2009 | | > 800 (Dez.) [ 136 ] | |
| 2010 | | > 1000 (Juni) [ 137 ] | |
| 2011 | | ca. 1300 (Jan.) [ 138 ] | |
| 2012 | | ca. 1800 (Mai) [ 139 ] | 2,4 Mrd. $ (Juni) [ 140 ] |
| 2013 | | ca. 3800 (Okt.) [ 141 ] | |
| 2014 | | | 10 Mrd. $ (Aug.) [ 142 ] |
| 2015 | | | 12 Mrd. $ (Jan.) [ 143 ] |
| 2016 | | ca. 5000 (Nov.) [ 144 ] | 15 Mrd. $ (Nov.) [ 145 ] |
| 2017 | | ca. 7000 (Nov.) [ 146 ] | 21 Mrd. $ (Nov.) [ 147 ] |
| 2018 | | | 27 Mrd. $ (Apr.) [ 148 ] |
| 2019 | | > 6000 (Juli) [ 149 ] a | 33 Mrd. $ (Mai) [ 150 ] |
| 2020 | 1,8 Mrd. $ [ 151 ] | | 36 Mrd. $ (Mai) [ 152 ] |
| 2021 | 2,3 Mrd. $ [ 151 ] | > 9500 (März) [ 153 ] | 74 Mrd. $ (Feb.) [ 154 ] 100 Mrd. $ (Okt.) [ 154 ] |
| 2022 | 4,6 Mrd. $ [ 155 ] | ca. 12.000 (April) [ 156 ] | 127 Mrd. $ (Aug.) [ 157 ] |
| 2023 | 8,7 Mrd. $ [ 158 ] (Schätzung) | > 13.000 (Sept.) [ 6 ] | 137 Mrd. $ (Jan.) [ 159 ] 150 Mrd. $ (Juli) [ 160 ] |
| 2024 | 13,1 Mrd. $ [ 7 ] (Schätzung) | | 255 Mrd. $ (Nov.) [ 161 ] 350 Mrd. $ (Dez.) [ 162 ] |
| 2025 | 15,5 Mrd. $ [ 163 ] (geplant) | | 800 Mrd. $ (Dez.) [ 163 ] |
Anfang 2019 entlieĂ SpaceX etwa 10 % der Mitarbeiter. BegrĂźndet wurde dies mit den hohen Kosten der beiden neuen Projekte
Starship und Starlink
.
Literatur
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Weblinks
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: SpaceX
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⢠SpaceX-Youtube-Kanal (englisch)
Einzelnachweise
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